SV 98 Rosbach

15 Minuten pfui – 2. Halbzeit hui

15.04.2012 ⋅ Herren

Blamablem Auftakt folgt starke Angriffsleistung 41 : 25 (14 : 14)

Vor den vier letzten Spielen der Runde hatte der Trainer so seine Befürchtungen, denn neben der Hallensperrung wegen Baumaßnahmen in den Osterferien wird schon seit Monaten regelmäßig nur mit sechs oder sieben Spielern trainiert. Dadurch fällt es natürlich schwer, eine mannschaftliche Geschlossenheit zu erreichen. Und da mit der TSG Reiskirchen am Samstag der Tabellenletzte in Rosbach zu Gast war, ahnte der Trainer noch erschwerend, dass der Gegner unterschätzt werden würde, obwohl sich Reiskirchen schon im Hinspiel als unangenehmer Widersacher erwiesen hatte.

Die erste Überraschung gab es aber bereits zum Spielbeginn, denn mit 13 Spielern hatten mehr Spieler den Weg in die Halle gefunden als der Trainer erhofft hatte, auch wenn einige dabei waren, die wegen Krankheit oder Verletzung lieber ausgesetzt hätten.

Aber schon zum Auftakt bewahrheiteten sich die Befürchtungen des Trainers. Ohne Gegenwehr der Rosbacher Abwehr gelang Reiskirchen immer wieder der einfache Torerfolg – die Heimmannschaft schien vergessen zu haben, dass Handball mit anfassen gespielt werden kann. Und im Angriff wurden reihenweise die Bälle verworfen, entweder wurde der Pfosten getroffen oder man scheiterte am in der ersten Hälfte starken Gästetorhüter. Ihm wurde es aber auch einfach gemacht, denn trotz der Vorgabe des Trainers, mit hohen Würfen zu agieren, versuchten die Rosbacher Angreifer immer wieder mit flachen Bällen zum Erfolg zu kommen, was schon im Hinspiel wenig erfolgreich war. So blieb das Spiel bis zum 3 : 3 in der 8. Minute ausgeglichen. Dann aber setzte sich Reiskirchen bis zur Mitte der ersten Hälfte auf 4 : 8 ab, was dann die Rosbacher Auszeit zur Folge hatte. Die Abwehr wurde umgestellt und auch im Angriff wurde gewechselt. Doch brauchten die Hausherren nochmals fünf Minuten, um in Tritt zu kommen. Nach dem 7 : 11 in der 21. Minute begann Rosbach, den Rückstand kontinuierlich zu verringern und schaffte über 11 : 13 noch den Pausenstand von 14 : 14. Insbesondere Stephan Wolf machte viel Druck nach seiner Einwechslung und half mit vier Toren, das Remis bis zur Pause zu erkämpfen.
Negativer Schlusspunkt der ersten Hälfte war die Rote Karte für den Reiskirchener Lindenstruth, der den noch direkt auszuführenden Freiwurf einem Rosbacher Abwehrspieler voll an den Kopf warf.

Nach einer deftigen Halbzeitansprache kamen die Gastgeber wie verwandelt aus der Kabine. Über 18 : 14 wurde bis zur 40. Minute ein 23 : 16 Vorsprung herausgeworfen. Dem Reiskirchener Angriff fehlte mit Lindenstruth der linke Rückraum und die Rosbacher Abwehr ging deutlich aggressiver zu Werke. Auch mussten die Gäste ihrem hohen Tempo der ersten Hälfte Tribut zollen, auch wenn sie die gesamte Spielzeit über versuchten, mit schnellem Spiel nach vorne zum Erfolg zu kommen.
Jetzt setzte ein munteres Scheibenschießen ein, denn die Reiskirchener Abwehr agierte nun sehr offen, so dass die Rosbacher Angreifer immer wieder freie Räume fanden, um zu schnellen und einfachen Torerfolgen zu kommen. Im Gegenzug vernachlässigte aber auch die Abwehr der Heimmannschaft wieder das aggressive Decken, so dass insbesondere Höfer zu mehreren Toren aus dem Rückraum kam, ohne größerer Bedrängnis ausgesetzt zu sein, was bei den Rosbacher Torhütern nur wenig Freude hervorrief.
In der 45. Minute stand es 28 : 19, zwei Minuten später ließ es sich Stephan Wolf nicht nehmen, das 30. Tor zu erzielen. Obwohl in den letzten zwölf Minuten munter durchgewechselt wurde, lief die Angriffsmaschine weiter auf Hochtouren. So konnten sich alle Feldspieler in die Torschützenliste eintragen und Mirsad Valjevcic markierte mit seinem zweiten Tor in Folge sogar noch den 40. Treffer. Es gelang den Rosbacher daher mit 27 Toren in der zweiten Halbzeit mit einem 41 : 25 ein auf dem Papier sehr klarer Erfolg, der aber in der Gesamtschau hart erkämpft war und letztlich auch viel zu hoch ausfiel.

Am kommenden Sonntag geht die Reise nach Langgöns/Dornholzhausen zum Tabellendritten, wo mit einer derart desolaten Abwehrleistung wohl kein Punktgewinn möglich sein dürfte. Hieran gilt es in dieser Woche zu arbeiten, was aber nur möglich sein wird, wenn sich die Trainingsbeteiligung deutlich verbessert.

Der SV Rosbach spielte in folgender Aufstellung:
Torsten Wagner und Lukas Schmidt im Tor, Ralf Morres (5), Rainer Schauß (6), Mirsad Valjevcic (2), Florian Herrmann (2), Conny Stuckhardt (2), Klaus Schmidt (1), Stephan Wolf (10), Holger Fuß (5), Andreas Creutz (6), Thorben Welter (1), André Düfer (n. e.)

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